|
… Nahporträt einer weltweit berühmten Persönlichkeit. Manuel Bauers Arbeit ist gleichermassen auch politisch: Sie schafft Sympathien für den Dalai Lama und seine Ziele.
Im Textteil wird der Dalai Lama porträtiert, wie er in den bisherigen Publikationen
nicht zu finden ist. In einem sehr persönlichen Gespräch mit den Autoren
Matthieu Ricard und Christian Schmidt sowie dem Fotografen Manuel Bauer wird
der Dalai Lama mit ungewohnten Fragen konfrontiert. Das Buch wählt einen
radikal anderen Ansatz als bisher erschienene Publikationen. Im Bildteil sind
Aufnahmen zu sehen, die sich zu optischen Aphorismen über das Leben Seiner
Heiligkeit verdichten, und es sind unerwartet ehrliche Aussagen im Textteil,
die den inneren Reichtum dieses Menschen auf eine eigene Art spiegeln. Dadurch
entstehen nicht nur Nähe und Verbundenheit zwischen dem Dalai Lama und seiner
Leserschaft, sondern auch eine Spannung, die dem Thema bis anhin fehlte.
Die Arbeit über den Dalai Lama wurde durch die Volkart
Stiftung Winterthur ermöglicht.
|
FORTSETZUNG BUCHBESCHRIEB | UNTERWEGS FÜR DEN FRIEDEN
zurück
|
|
Manuel
Bauer, 1966 in Zürich geboren, ist Gründungsmitglied
der Fotografen Agentur Lookat. Er ist bekannt für seine Arbeiten
über Indien, Tibet und über Menschen im tibetischen Exil. Seine
Reportage über das kleine Mädchen Yangdol, das er auf seinem
Weg von Lhasa über die eisigen Berge des Himalayas nach Indien begleitete,
ist eine der meistausgezeichneten Fotoreportagen der Neunzigerjahre. Im
Jahr 1990 eröffnete Seine Heiligkeit der Dalai Lama persönlich
Bauers Ausstellung «Tibetan culture on Foreign Soil». Bauer
dokumentiert seit dessen zehntem Lebensjahr den 9. Shiwalha Rinpoche,
die Reinkarnation des indischen Gelehrten Shantideva aus dem 8. Jahrhundert.
1995 begann er mit der Dokumentation der Sinisierung Tibets. Manuel Bauer
ist Dozent für Fotojournalismus, er hat an zahlreichen Ausstellungen
im In- und Ausland teilgenommen und verschiedene internationale Fotopreise
erhalten.
Seine Arbeit über den Dalai Lama wurde durch die Volkart Stiftung Winterthur ermöglicht.
Matthieu Ricard, 1946 in Paris geboren, forschte am Pariser
Institut Pasteur im Bereich Molekulargenetik, bevor er buddhistischer
Mönch wurde. Er ist der französische Übersetzer des Dalai
Lama und lebt seit dreissig Jahren in einem Kloster im Himalaya. Ricard
veröffentlichte zahlreiche Bücher über verschiedene Aspekte
des Buddhismus im Himalaya.
Christian Schmidt,
1955 in Zürich geboren, studierte Publizistik in Zürich und
Fribourg. Seit 1984 ist er freischaffender Journalist und Autor. Er arbeitet
für verschiedene Printmedien im In- und Ausland wie«Neue Zürcher
Zeitung», «Beobachter», «GEO» oder «Mare»,
viele seiner Reportagen sind zusammen mit dem Fotografen Manuel Bauer
entstanden.
|
AUTOREN | UNTERWEGS FÜR DEN FRIEDEN
zurück
|
|
«Schweizer Fotobücher 1927 bis heute»
«Im Buch finden vor allem Langzeitprojekte einen neuen Auftritt,
der eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema in Bild und Text
erlaubt. Manuel Bauer fasst seine langjährige Beschäftigung
mit dem Freiheitskampf der Tibeter in einem ebenso respektvollen wie intimen
Dalai-Lama-Porträt zusammen.»
Ulrike Meyer Stump, Ausstellungskatalog Fotostiftung Schweiz, Oktober
2011
Hessischer Rundfunk, März 2005
«Das Buch ist eine Sensation. So nah ist selbst dem so
häufig fotografierten Oberhaupt des tibetanischen Buddhismus noch
keine Kamera gekommen. Fotografen setzen sich oft selbst in Szene, Manuel
Bauer aber zeigt, dass ein Mann mit Kamera sich unsichtbar machen kann.
Entstanden sind Bilder, die sehr intim, ganz nah dran und wirklich hinreissend
sind. Ob der Dalai Lama vor dem Fernseher sitzt oder auf der Bühne
vor Zehntausenden. Man blättert sich mit wachsendem Vergnügen
durch die knapp 250 Bilderseiten, Bilder sagen eben mehr als Worte. Wer
dann noch Worte mag, kann im Interview, einer längeren Einleitung
und in der Zeittafel schmökern.»
Die WELT, April 2005
«Wer vom Reise-Papst spricht, darf von den zahlreichen Trips des
Dalai Lama nicht schweigen. Macht doch der religiöse und politische
Führer des tibetischen Volkes aus seinem Leben eine unablässige
Bewegung, um seine buddhistische Botschaft und sein Engagement für
den Frieden möglichst breit zu streuen. Dabei ist es Seiner Heiligkeit
zwar um Medienpräsenz zu tun, nicht aber um eine Öffentlichmachung
privater Impressionen. Für den Schweizer Fotografen Manuel Bauer,
der den Weisen drei Jahre lang auf 30 Reisen begleiten durfte, machte
er eine Ausnahme, die sich in manch intimer Aufnahme manifestierte. Selbst
bei der frühmorgendlichen Meditation, die sonst in strenger Klausur
stattfindet, durfte Bauer Mäuschen spielen. Diese Andachtsbilder
mit der Aura des Privaten kontrastiert der Band mit eindrucksvollen Bildern
von öffentlichen Auftritten des charismatischen Mannes. Besonders
stark indes ist der Bilderreigen dort, wo er den Dalai Lama in der Versenkung
zeigt: einer Reise nach innen, auf die ihm keine Kamera folgen kann.»
Tages-Anzeiger, April 2005
Auszug aus «Er ist der einzig wahre Mensch» von Sascha Renner
Der 39-jährige Winterthurer Manuel Bauer ist dem Dalai Lama, dem
weltlichen und religiösen Oberhaupt der buddhistischen Tibeter, während
drei Jahren und auf dreissig seiner Reisen gefolgt: von Dharamsala, dem
Sitz der tibetischen Exilregierung in Indien, bis ins Weisse Haus in Washington,
vom Plenarsaal des Europaparlaments bis hinter die verschlossenen Türen
des Meditationsraums. Wo ihm schliesslich die lange erhoffte Porträtserie
gelang: der Mönch und Gottkönig, versunken in der Meditation,
Augen geschlossen, Blick nach innen.
Seine selbst auferlegte Zurückhaltung und die Hofetikette, die einzuhalten
er peinlich bedacht war, machten die Arbeit zum ständigen Verzicht.
«Sobald Seine Heiligkeit sass, getraute ich mich nicht mehr umherzugehen,
denn kein Gläubiger steht, wenn er sitzt.» Viele Bilder konnte
Bauer deshalb nicht oder erst Monate später machen. Mit ein Grund,
warum die Arbeit so lange dauerte. Trotzdem kamen 75 000 Negative zusammen.
Davon zeigt das nun vorliegende Buch – «nur ein Nebenprodukt
des Archivs» (Bauer) – eine Auswahl von 200 Fotografien. Es
ist kein chronologisches oder geografisches, sondern ein intuitives Erzählen,
das die Ordnung der Bilder bestimmt.
Ein mehrseitiges Frontispiz baut Spannung auf: Die erwartungsvollen Blicke
Hunderter von Tibetern im Staub der unbefestigten Strasse wechseln ab
mit dem Konvoi der Geländefahrzeuge, der sich die Bergflanken entlangwindet;
schliesslich der erstmalige Auftritt des Protagonisten. Dann folgen in
grossen Kapiteln der interreligiöse Dialog, die immense Wirkung des
Religionsführers in Indien, seine zahllosen Auftritte als Propagandist,
Medienstar und buddhistischer Messias im Westen und schliesslich der Blick
in die Residenz im indischen Exil.
Papierwechsel für die Textseiten, eine moderne Typografie und ein
ansonsten klassisch-gediegenes Layout machen das Buch zu einem opulenten,
zeitgemässen Werk. Eine umfangreiche Chronik und ein Text des Journalisten
Christian Schmidt ergänzen die Fototafeln. Entstanden ist daraus
ein Produkt der Ehrerbietung und der Sympathie. Es reiht sich, so liesse
sich monieren, kritiklos in die Tibetophilie der letzten Jahre ein. Aus
seiner Pro-Optik macht Manuel Bauer denn auch keinen Hehl: Als Fotojournalist,
der um die Subjektivität seines Blicks weiss, schlägt er sich
auf die Seite der Unterdrückten.»
|
ECHO | UNTERWEGS FÜR DEN FRIEDEN
zurück
|